Interessengemeinschaft Medizin stellt Anfrage an Kanzleramtsminister Dr. Helge Braun

Interessengemeinschaft Medizin stellt Anfrage an Kanzleramtsminister Dr. Helge Braun

 

Nach einer Petition, die den Bundesgesundheitsminister zum Rücktritt auffordert, kommt nun eine Anfrage an das Kanzleramt von der Interessengemeinschaft Medizin (IG Med). Sie weist auf eklatante Mängel in der Vorbereitung auf die Covid-Pandemie hin.

„Wenn man alle die Erkenntnisse genutzt hätte, die bereits 2007 und noch einmal 2013 gewonnen hätte, dann wäre Deutschland besser gerüstet in die Covid-Pandemie gegangen,“ stellt Ilka Enger, Vorsitzende der IG Med fest. „So aber hat das Bundesgesundheitsministerium in seinem Wissensmanagement kläglich versagt und wichtige Empfehlungen jahrelang in den Schubladen verstauben lassen.“

Die IG Med ist der Meinung, dass durch die Versäumnisse im Bereich der Vorhaltung von Schutzmaterialien wie Mund-Nasen-Schutz, FFP2-Masken und Schutzkleidung gerade das ärztliche Personal und hier besonders die ambulant tätigen Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten, aber auch alle anderen in medizinischen Berufen Tätigen einem Risiko ausgesetzt wurden, das in der Verantwortung des Bundesgesundheitsministeriums lag und liegt.

Statt sich um eine gute Vorbereitung einer pandemischen Krise zu kümmern, vor der seit langem gewarnt wurde, wurde das Gesundheitswesen durch immer neue Kostendämpfungsmaßnahmen kaputtgespart und unzureichend vorbereitet. Und auch in der Krise wird weiterhin am falschen Ende gespart: Statt einheimische Firmen mit der Herstellung von Schutzmaterial zu beauftragen, setzt man weiterhin auf den chinesischen Import und riskiert dabei auch die Belieferung mit „Schrott-Masken“.

„Hier wäre auch die Richtlinienkompetenz der Bundeskanzlerin gefragt gewesen“, erläutert Steffen Grüner, stellv. Vorsitzender der IG Med. „Wir fordern deshalb, dass die entstandenen Schäden, die sich aus dieser Krise für in medizinischen Berufen Tätigen, die Praxen und Pflegedienste ergeben haben,  reguliert werden müssen und wir erwarten, dass das bundesdeutsche Gesundheitswesen so aufgestellt wird, dass es zu solchen Situationen wie Anfang des Jahres nicht wieder kommen wird. Hier sind wir auch gerne zu konstruktiver Mitarbeit bereit.“

Eines ist jedoch für die IG Med klar: Es muss auch personelle Konsequenzen aus diesem seit Jahren verschleppten Krisenmanagement und den Fehleinschätzungen vor und in der Krise auf Ebene des Bundesgesundheitsministeriums geben – verantwortlich für die Amtsführung ist dabei vor allem der Bundesgesundheitsminister.

Hier die Anfrage im Original zum Download:

Hier die dazu gehörige Pressemitteilung als Download:

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